Soziokratie

Sociocracy requires transparency, inclusiveness, and accountability: the characteristics of any good method of governance (www.sociocracy.info)

Die Soziokratie ist eine effiziente Organisations- und Entscheidungsstruktur, die überall verwendet werden kann, wo Menschen gemeinsam etwas bewegen wollen. Sie trägt dazu bei, dass die Arbeit leichter, effizienter und zugleich auch intelligenter und freudvoller geschehen kann.

Was mich an der Soziokratie am meisten fasziniert: sie eignet sich sowohl für klassisch hierarchische Unternehmen als auch für zivilgesellschaftliche, basisdemokratische Gruppen. Beiden ermöglicht sie Entscheidungen höherer Qualität mit mehr Partizipation, Identifikation und Vertrauen.

Die soziokratische Struktur beruht auf vier Basisregeln und funktioniert erfahrungsgemäß am besten, wenn alle vier umgesetzt werden.

  • 1. Regel, Konsentprinzip: Entscheidungen werden effizient in drei moderierten Runden im Konsent getroffen. Einwände werden gehört und in den Lösungsweg integriert, schwerwiegende Einwände müssen im Sinne der Ziele argumentiert werden.
  • 2. Regel, Kreisorganisation: Die Organisation ist in hierarchischen Kreisen aufgebaut. Jeder Kreis trifft innerhalb des festgesetzten Rahmens (Domain) seine Entscheidungen.
  • 3. Regel, Doppelte Verknüpfung: Jeder Kreis ist mit dem übergeordneten Kreis doppelt verbunden, indem LeiterIn und DelegierteR eines Kreises diesen im nächst höheren Kreis repräsentieren.
  • 4. Regel, Offene Wahl: Menschen, die Funktionen und Aufgaben übernehmen sollen werden offen gewählt. Ähnlich wie beim Konsent wird die geeignetste Person in drei moderierten Runden ermittelt.

Mehr dazu siehe www.soziokratie.at/ueber-soziokratie/grundlagen/

Merkmale der soziokratischen Organisation

  • Es geht nicht um perfekte, sondern um optimal machbare Lösungen auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse und Ressourcen.
  • Weisheit und Erfahrung der Gruppe werden genutzt, um effizient mit den Ressourcen (Zeit, Geld, Nerven…) umzugehen und effektiv zu arbeiten.
  • Hohes Maß an Transparenz: Alle Beteiligten haben Zugang zu den für die Entscheidung notwendigen Informationen.
  • Konstruktive Fehlerkultur: Fehler sind wichtige Lernerfahrungen, werden als Entwicklungschancen begriffen und können so offen behandelt werden.
  • „Störungen“ und „Spannungen“ werden als Bereicherungen und wichtige Ergänzungen verstanden und bekommen einen guten Platz um weiter bearbeitet zu werden.
  • Die Hierarchie der Kompetenz ist wichtiger als die Hierarchie der Macht: „Macht mit, statt Macht über.“
  • Wer mitgestalten will, ist dafür verantwortlich, sich in den entsprechenden Kreis einzubringen.
  • Die Potenziale der Einzelnen kommen zum Erblühen – im Dienste der gemeinsamen Ziele.

Weitere Werkzeuge der Soziokratie

  • Das Soziokratische Meeting und die Soziokratische Agenda zum Treffen tragfähiger Entscheidungen.
  • Das Logbuch, ein IT-unterstütztes Dokument, in dem die Entscheidungs- und Verantwortungsbereiche (Domäne) jedes Kreises festgelegt sind, sowie seine Beschlüsse transparent aufgezeichnet werden.
  • Gestaltung von Vision, Mission und Zielen.
  • Unterscheiden zwischen Grundsatz- und Ausführungs-Entscheidungen.
  • Das Soziokratische Mitarbeiter- oder Beurteilungsgespräch.
  • Das Soziokratische Entlohnungsmodell.
  • Soziokratische Statuten und Satzungen.
  • Der 9-Schritte-Plan als einfaches Modell für die Projektplanung und -steuerung.

Als Mitglied des „Soziokratie Zentrum Österreich“ bin ich optimal in die österreichischen und internationalen Soziokratie-Netzwerke eingebunden. Wir arbeiten partnerschaftlich zusammen, in größeren Projekten oft als „Tandem“ bestehend aus zwei erfahrenen Soziokratie-BeraterInnen. Erfahrungsaustausch, Intervision, Weiterbildung und Mitwirkung an der Weiterentwicklung der soziokratischen Werkzeuge sind dadurch sichergestellt.

Siehe www.soziokratie.at